Gibson · U-2 · High Performance der 1980er

Gibson U-2

Eine Gibson mit 25,5-Zoll-Mensur, 24 Bünden, HSS-Bestückung und Floyd-Rose-Vibrato: Die U-2 gehört zu den ungewöhnlichsten Seriengitarren aus Gibsons 1980er-Jahren.

Gibson U-2 ab 1987
25,5 Zoll · 24 Bünde
HSS · Floyd Rose
Gibsons Antwort auf die High-Performance-Ära

Eine Gibson, die kaum wie eine klassische Gibson wirkt

Ende der 1980er Jahre waren schnelle Hälse, 24 Bünde, moderne Vibratosysteme und flexible Pickup-Schaltungen besonders gefragt. Gibson reagierte auf diesen Markt ebenfalls mit eigenständigen High-Performance-Modellen.

Die U-2 ist ein besonders deutliches Beispiel dafür. Gibson beschreibt eine zertifizierte U-2 von 1987 als Instrument für Spieler, die schnelle Spielweisen und Floyd-Rose-ausgestattete Gitarren bevorzugten.

Mit Double-Cut-Korpus, 25,5-Zoll-Mensur, 24 Bünden, HSS-Bestückung und sechs Mechaniken in einer Reihe entfernt sich das Konzept deutlich von Les Paul, SG oder Firebird.

Deshalb wird die U-2 heute häufig in die Welt der sogenannten Superstrats eingeordnet. Für Gibson war sie ein ungewöhnlicher, aber nachvollziehbarer Schritt in die Gitarrenkultur der späten 1980er.

Selten, aber inzwischen offiziell dokumentiert

Gibson hat 2025 eine originale U-2 von 1987 über das eigene Certified-Vintage-Programm angeboten. Dadurch lassen sich viele technische Angaben heute direkt mit einer Herstellerquelle belegen.

Gibson U-2 aus dem Gitarren-Kult Archiv

Gibson U-2 aus dem bestehenden Gitarren-Kult-Bildarchiv

Das Bild wurde 2021 mit dem Dateinamen „Gibson_U2_1983_front“ gespeichert. Diese Jahresangabe wird hier nicht übernommen: Der bisherige Seitentext nennt 1987 als Einführung, und Gibson dokumentiert eine frühe U-2 von 1987. Für eine U-2 von 1983 liegt Gitarren-Kult derzeit kein belastbarer Nachweis vor.

Schnell eingeordnet

Warum die Gibson U-2 aus der Reihe fällt

Bereits drei Grunddaten zeigen, wie weit sich dieses Modell vom traditionellen Gibson-Konzept entfernte.

Mensur 25,5 Zoll

Statt der für viele Gibson-Modelle typischen 24,75 Zoll verwendet die dokumentierte 1987er U-2 eine längere Mensur.

Griffbrett 24 Bünde

Ebenholzgriffbrett, 12-Zoll-Radius und 24 Medium-Jumbo-Bünde passen klar zum High-Performance-Konzept.

Pickup-Konzept HSS

Ein Humbucker an der Brücke und zwei Single Coils erweitern die klangliche Auswahl deutlich.

Gibson Certified Vintage · 1987

Technische Daten einer dokumentierten Gibson U-2

Die folgenden Angaben stammen von einer originalen 1987er Gibson U-2 mit der Seriennummer 80847569, die Gibson selbst geprüft und über Certified Vintage dokumentiert hat.

Korpus Basswood

Double-Cut-Korpus mit einlagigem cremefarbenem Binding auf der Decke und glänzendem Nitrozelluloselack.

Hals Mahagoni · Set Neck

Eingeleimter Mahagoni-Hals mit Medium-D-Profil und 43,1 Millimeter Sattelbreite.

Griffbrett Ebenholz · 24 Bünde

12-Zoll-Radius, 24 Medium-Jumbo-Bünde und Punkt-Inlays.

Mensur 25,5 Zoll

Die längere Mensur gehört zu den auffälligsten Abweichungen vom klassischen Gibson-Konzept.

Pickups HSS

Humbucker an der Brücke sowie je ein Single Coil in Mittel- und Halsposition.

Hardware Licensed Floyd Rose

Floyd-Rose-Vibratosystem und Grover Rotomatic Mechaniken in Six-in-Line-Anordnung.

Elektronik

Mehr Schaltmöglichkeiten als bei einer klassischen Gibson

Auch bei der Bedienung ging die dokumentierte U-2 einen anderen Weg als typische Gibson-Zwei-Humbucker-Modelle.

Drei einzelne Pickup-Schalter

Gibson dokumentiert drei Mini-Toggle-Schalter. Jeder Pickup kann damit separat ein- oder ausgeschaltet werden. Dadurch entstehen Kombinationen, die mit einem klassischen Dreiwegschalter nicht möglich wären.

Coil Tap am Bridge-Humbucker

Die zertifizierte 1987er U-2 besitzt einen Master-Volume-Regler mit separatem Druckknopf für den Coil Tap des Bridge-Humbuckers sowie einen Master-Tone-Regler.

Kurze Modellgeschichte

Die U-2 gehört zu Gibsons experimenteller 1980er-Phase

Die 1980er Jahre waren bei Gibson keineswegs nur von Les Paul, SG und Explorer geprägt. Der Hersteller experimentierte mit neuen Formen, längeren Mensuren, aktiveren beziehungsweise flexibleren Elektronikkonzepten und moderner Hardware.

Gibson ordnet die U-2 heute ausdrücklich in diese High-Performance-Ära ein. Das von Gibson Certified Vintage dokumentierte 1987er Instrument weist zudem deutliche Verbindungen zur US-1 auf. Gibson nennt unter anderem das erhabene Flying-V-artige Logo und die schärfer gezeichnete Scimitar-Kopfplatte.

Ein archivierter Beitrag im offiziellen Gibson-Forum enthält außerdem eine Antwort des damaligen Gibson Customer Service Teams: Danach wurde die U-2 1987 eingeführt, 1990 in Mach II umbenannt und 1991 eingestellt.

Eine frühere Gitarren-Kult-Angabe über eine „Showcase Edition von 1998 mit 200 Gitarren“ wird dagegen nicht übernommen. Dafür konnte keine belastbare Gibson-Quelle gefunden werden, und historische Hinweise in Gibsons eigenem Forum ordnen eine Showcase-Ausführung stattdessen dem Jahr 1988 zu.

Was derzeit belastbar ist

1987: frühe U-2 von Gibson selbst dokumentiert.

1990: laut Gibson Customer Service Umbenennung in Mach II.

1991: laut derselben Quelle Ende des Modells.

2025: eine 1987er U-2 erscheint im Gibson Certified Vintage Programm.

Superstrat von Gibson?

Die Bezeichnung passt zum Konzept, nicht zur offiziellen Modellklasse

„Superstrat“ beschreibt hier eine Bauidee: Double Cut, lange Mensur, 24 Bünde, HSS-Pickups und ein locking Vibratosystem. Gibson selbst bezeichnet das Modell auf der Certified-Vintage-Seite als U-2 und ordnet es allgemein seiner damaligen High-Performance-Entwicklung zu.

Klassische Gibson-Merkmale

Mahagoni-Hals und Set-Neck

Trotz der modernen Ausrichtung blieb bei der dokumentierten U-2 mit eingeleimtem Mahagoni-Hals ein vertrautes Gibson-Konstruktionsmerkmal erhalten.

Ungewöhnlich für Gibson

25,5 Zoll, HSS und Floyd Rose

Mensur, Pickup-Konzept und Vibratosystem zeigen deutlich, dass Gibson mit der U-2 andere Spieler ansprechen wollte als mit seinen traditionellen Modellen.

Archivkorrektur

Warum Gitarren-Kult das Jahr 1983 entfernt

Beim Neuaufbau dieser Seite fiel eine widersprüchliche Altangabe auf: Das seit 2021 verwendete Bild trägt im Dateinamen und Alt-Text das Jahr 1983, während der damalige Seitentext selbst die Einführung der U-2 auf 1987 datiert.

Die Jahreszahl 1983 wird nicht weiter behauptet.

Gibson dokumentiert eine frühe U-2 von 1987 und beschreibt die U-2 ausdrücklich als Produkt der späten 1980er. Solange das konkret abgebildete Gitarren-Kult-Instrument nicht anhand von Seriennummer oder Originalunterlagen eindeutig datiert werden kann, bleibt das Bild ohne konkrete Baujahresangabe.

Quellen & Transparenz

Grundlage dieser Seite

Die technischen Kerndaten stammen direkt von einer durch Gibson authentifizierten 1987er U-2. Für die Modellchronologie wurde zusätzlich ein archivierter Beitrag aus Gibsons eigenem Forum mit einer Antwort des damaligen Customer Service Teams berücksichtigt.

Gibson Certified Vintage: 1987 Gibson U-2

Offizielle technische Daten zu Korpus, Hals, Griffbrett, Mensur, Pickups, Schaltung, Floyd Rose und Mechaniken.

Gibson Quelle öffnen →
Gibson Gazette: 1980s Certified Vintage

Gibson ordnet die U-2 der High-Performance- und Shred-Ära der späten 1980er zu und beschreibt die Verbindung zur US-1.

Gibson Gazette öffnen →
Gibson Forum: Customer Service

Archivierte Antwort des Gibson Customer Service Teams von 2012: Einführung 1987, Umbenennung in Mach II 1990 und Einstellung 1991.

Archivierten Beitrag öffnen →
Gitarren-Kult Archiv

Das bestehende Bild und der ursprüngliche Seitentext stammen aus dem Gitarren-Kult-Bestand von 2021. Widersprüchliche Jahresangaben wurden für die neue Fassung nicht übernommen.

Weitere Gibson Modelle →

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