Gibson Explorer
1958 wirkte die Gibson Explorer fast zu futuristisch für ihre Zeit. Jahrzehnte später wurde genau diese kantige Form zu einem festen Bestandteil von Rock und Metal. Gitarren-Kult zeigt die Geschichte des Modells und besondere Explorer aus dem eigenen Archiv.
Die Explorer brauchte Zeit, bis die Musikwelt sie verstand
Gibson führte die Explorer 1958 ein. Der kantige Korpus und die ungewöhnliche Kopfplatte wirkten damals deutlich futuristischer als die etablierten Gitarrenformen der 1950er Jahre.
Der Start verlief entsprechend zurückhaltend. Gibson nennt heute nur 19 ausgelieferte Explorer im Jahr 1958. Gerade deshalb gehören frühe Originale zu den seltensten Instrumenten aus der Geschichte des Herstellers.
Mitte der 1970er Jahre holte Gibson die Explorer zurück. Die neue Generation setzte überwiegend auf Mahagoni. In den 1980er Jahren wurde die Form von Rock- und Metal-Gitarristen zunehmend aufgegriffen und endgültig Teil der populären Gitarrenkultur.
Eine Explorer von 1958, eine 1976er Neuauflage, ein 1980er Modell oder ein modernes Signature-Instrument können sich technisch deutlich unterscheiden. Deshalb ordnet Gitarren-Kult die Varianten getrennt ein.
Drei Stationen der Explorer-Geschichte
Das Modell wurde nicht über Nacht zum Klassiker. Zwischen dem ersten Entwurf und der heutigen Bedeutung liegen mehrere deutlich unterschiedliche Phasen.
Die Explorer kam gemeinsam mit Gibsons futuristischen Entwürfen der späten 1950er auf den Markt.
Gibson nennt 19 ausgelieferte Explorer für das Jahr 1958.
Mitte der 1970er entschied Gibson, die Explorer wieder ins Programm zu holen. Die Neuauflage wurde als Limited Edition angeboten.
1958 begann eine der ungewöhnlichsten Gibson-Geschichten
Die Explorer entstand im selben futuristischen Umfeld wie Flying V und Moderne. Sie war weit von den traditionellen Gibson-Silhouetten entfernt und wurde bei ihrer Einführung 1958 zunächst kein großer Erfolg.
Gibson Custom rekonstruiert die historische Ausführung heute mit Korina-Korpus, Korina-Hals, Palisandergriffbrett, zwei Humbuckern, ABR-1-Brücke und Stop-Bar-Saitenhalter. Diese Reissue zeigt, welche Merkmale Gibson heute als typisch für das 1958er Vorbild einordnet.
Nach einer langen Pause entschied Gibson 1975, die Explorer wiederzubeleben. Ein damaliger Katalog beschrieb die Neuauflage als Kopie des seltenen 1958er Modells. Die meisten dieser Explorer wurden aus Mahagoni gefertigt.
Der Zeitpunkt passte. Rockmusiker entdeckten die Explorer zunehmend für sich. Gibson nennt heute unter anderem Gary Moore, The Edge, Billy Gibbons und James Hetfield als bekannte Explorer-Spieler. Besonders in den 1980ern entwickelte sich die Form zu einer festen Größe im Hard Rock und Metal.
Kurzchronik
1958: Einführung der Explorer.
1958: laut Gibson nur 19 ausgelieferte Instrumente.
1975: Entscheidung zur Wiederbelebung.
1976: neue Explorer als Limited Edition im Handel.
1980er: starke Verbreitung im Hard Rock und Metal.
Heute: Explorer, Reissues und Artist-Varianten bleiben Teil des Gibson-Programms.
Warum die Explorer in Rock und Metal angekommen ist
Die kantige Form war 1958 ein Risiko. In den 1970ern und 1980ern wurde gerade diese optische Eigenständigkeit zu einer Stärke.
The Edge und die 1976er Explorer
Gibson dokumentierte 2026 ausführlich eine 1976er Explorer aus dem Umfeld von The Edge. Der U2-Gitarrist nutzte Explorer dieser Generation über viele Jahre und prägte damit einen völlig anderen Einsatzbereich als klassische Hard-Rock-Gitarristen.
Die 1980er als zweite große Phase
Gibson selbst beschreibt die 1980er als die Zeit, in der die Explorer endgültig ihren Platz fand. Zu den von Gibson genannten Spielern gehören unter anderem James Hetfield, Gary Moore und Billy Gibbons.
Gibson Explorer Coral/Pink von 1985
Dieses Instrument gehört zu den auffälligsten Explorer im vorhandenen Gitarren-Kult-Bildbestand. Es ist dort als Baujahr 1985 dokumentiert.
Typisch 1980er, aber alles andere als gewöhnlich
Im bestehenden Gitarren-Kult-Datensatz wird die Lackierung als Coral/Pink bezeichnet. Gerade diese Farbe macht das Instrument zu einer ungewöhnlichen Variante innerhalb der Explorer-Familie.
Für das gezeigte Instrument sind ein Mahagoni-Korpus, Duncan-JB-Tonabnehmer und ein Kahler-Vibrato-System dokumentiert. Diese Angaben beziehen sich ausdrücklich auf diese Explorer und nicht pauschal auf alle Explorer aus dem Jahr 1985.
Die Gitarre steht damit exemplarisch für eine Phase, in der Gibson die Explorer deutlich stärker an den Geschmack und die technischen Anforderungen der 1980er Jahre anpasste.
James Hetfield spielte in den 1980er Jahren Gibson Explorers. Daraus folgt jedoch nicht, dass er genau diese Coral/Pink-Ausführung oder dieselbe technische Konfiguration verwendet hat.
Explorer Coral/Pink, im Archiv als Baujahr 1985 dokumentiert
Rückseite der Coral/Pink Explorer
Lzzy Hale Signature Explorerbird
2022 veröffentlichte Gibson die Lzzy Hale Signature Explorerbird. Das Modell verbindet den klassischen Explorer-Korpus mit einer Non-Reverse-Firebird-Kopfplatte.
Gibson dokumentiert einen Mahagoni-Korpus und Mahagoni-Hals, ein Palisandergriffbrett mit 22 Bünden sowie eine 24,75-Zoll-Mensur. Die Cardinal-Red-Nitrolackierung wird mit goldener Hardware kombiniert.
Zwei 70s Tribute Humbucker übernehmen die Tonabnahme. Die Elektronik ist handverdrahtet und arbeitet mit zwei Volume-Reglern, einem Master-Tone-Regler und Orange-Drop-Kondensatoren.
Die Explorerbird ist inzwischen nicht mehr regulär bei Gibson erhältlich. Die offizielle Produktseite bleibt jedoch als Referenz bestehen.
Die beiden Archivbilder wurden 2023 in Gitarren-Kult eingebunden. Die technischen Angaben wurden für diese Überarbeitung direkt mit Gibsons Produktarchiv abgeglichen.
Gibson Lzzy Hale Signature Explorerbird
Rückseite der Lzzy Hale Explorerbird
Gibson hält mehrere Epochen gleichzeitig lebendig
Die Explorer ist weiterhin eine eigenständige Modellfamilie bei Gibson. Aktuelle Modelle greifen sowohl die 1958er Historie als auch die Rock- und Metal-Ära der 1970er und 1980er Jahre auf.
1958 Korina Explorer Reissue
Gibson Custom rekonstruiert das frühe Modell mit Korina-Korpus, Korina-Hals, Palisandergriffbrett, Custombuckern, ABR-1-Brücke und Stop-Bar-Saitenhalter.
Gibson nennt auf dieser Produktseite nur 19 im Jahr 1958 ausgelieferte Original-Explorer.
Gibson Historic Reissue ansehen →Explorer 80s
Gibsons Explorer 80s orientiert sich an der Phase, in der das Modell besonders stark im Hard Rock und Metal angekommen war.
Mahagoni-Korpus, SlimTaper-Mahagoni-Hals, Palisandergriffbrett, 80s Tribute Humbucker und handverdrahtete Elektronik greifen typische Merkmale dieser Ausrichtung auf.
Explorer 80s bei Gibson ansehen →Grundlage dieser Seite
Historische Eckdaten und aktuelle Modellinformationen wurden mit Gibson abgeglichen. Bilder und Angaben zu den konkret gezeigten Coral/Pink- und Explorerbird-Instrumenten stammen zusätzlich aus dem bestehenden Gitarren-Kult-Archiv.
Herstellerangaben zur Einführung 1958, zur Zahl von 19 ausgelieferten Instrumenten und zur historischen Konstruktion.
Gibson Quelle öffnen →Gibson dokumentiert die Wiederbelebung Mitte der 1970er, die Limited-Edition-Ausführung und The Edges langjährige Verbindung zur Explorer.
Gibson Gazette öffnen →Gibson beschreibt den Weg der Explorer von 1958 über die Rockszene der 1970er bis zur großen Verbreitung in den 1980ern.
Explorer 80s Quelle öffnen →Offizielle technische Daten zu Korpus, Hals, Pickups, Elektronik, Lackierung und Hardware des 2022er Artist-Modells.
Gibson Produktarchiv öffnen →Weitere Gibson Modelle
Flying V, SG, Les Paul, Nighthawk, Moderne und weitere Modelle findest Du in der zentralen Gibson-Übersicht.