Gibson EDS-1275
Zwei Hälse, 18 Saiten und eine der bekanntesten Doubleneck-Silhouetten der Rockgeschichte. Die Gibson EDS-1275 verbindet eine sechssaitige und eine zwölfsaitige E-Gitarre in einem Instrument.
Warum die EDS-1275 bis heute auffällt
Gibson baut elektrische Doubleneck-Gitarren seit 1958. Die heute bekannteste Ausführung kombiniert einen zwölfsaitigen oberen Hals mit einem sechssaitigen unteren Hals in einem SG-artigen Double-Cutaway-Korpus.
Der praktische Gedanke dahinter ist klar: Ein Spieler kann innerhalb eines Songs zwischen sechs und zwölf Saiten wechseln, ohne das Instrument tauschen zu müssen.
Genau dadurch wurde die EDS-1275 zu einem Spezialinstrument für Arrangements, in denen unterschiedliche Gitarrenstimmen unmittelbar nacheinander benötigt werden.
Zwei Hälse, vier Pickups und insgesamt 18 Mechaniken bedeuten mehr Material, mehr Gewicht und eine deutlich andere Ergonomie als bei einer klassischen SG oder Les Paul.
Das Grundprinzip der EDS-1275
Die genaue Ausstattung variiert je nach Baujahr und Ausführung. Drei Merkmale bestimmen das Konzept jedoch bis heute.
Der obere Hals übernimmt die zwölfsaitigen Gitarrenparts und erzeugt den typischen breiten, chorartigen Klang.
Der untere Hals funktioniert als klassische sechssaitige E-Gitarre und ermöglicht normale Rhythmus- und Leadparts.
Bei Jimmy Pages 1969er EDS-1275 arbeiten vier Humbucker mit separater Halswahl und klassischer Gibson-Regleranordnung.
Von frühen Gibson Doublenecks zur Rock-Ikone
Gibson bestätigt heute, bereits seit 1958 elektrische Doubleneck-Gitarren gebaut zu haben. Die frühen Instrumente unterschieden sich konstruktiv von der später berühmt gewordenen SG-artigen EDS-1275.
Der bestehende Gitarren-Kult-Text ordnete die frühen Instrumente als „Double 12“ ein und nannte 1962 als Übergang zur EDS-1275. Da Gibsons aktuelle Produktinformationen diese Detailchronologie nicht vollständig ausführen, wird die Jahresangabe 1962 hier nicht als alleinige gesicherte Herstellerangabe dargestellt.
Unstrittig ist die Bedeutung von Jimmy Page für das Modell. Seine berühmte EDS-1275 stammt aus dem Jahr 1969. Gibson bezeichnet Page ausdrücklich als den Musiker, der die EDS-1275 entscheidend geprägt hat.
Die Kombination aus ungewöhnlicher Konstruktion, hohem Wiedererkennungswert und einer engen Verbindung zu großen Rockproduktionen machte die EDS-1275 zu einem Instrument, das weit bekannter ist als seine tatsächliche Verbreitung vermuten lässt.
Kurzchronik
1958: Gibson baut bereits elektrische Doubleneck-Gitarren.
1960er: die SG-artige EDS-1275 etabliert sich als bekannteste Bauform.
1969: Jimmy Pages berühmte EDS-1275 entsteht.
Heute: Gibson Custom bietet erneut eine Jimmy Page EDS-1275 an.
Die Gitarre hinter den Live-Versionen von Stairway to Heaven
Jimmy Page brauchte für die Live-Umsetzung von Stairway to Heaven sowohl sechs- als auch zwölfsaitige Gitarrenparts. Die EDS-1275 machte den Wechsel innerhalb eines einzigen Instruments möglich.
Sechs und zwölf Saiten ohne Gitarrenwechsel
Gibson nennt neben Stairway to Heaven auch The Song Remains the Same, The Rain Song, Celebration Day und Tangerine als Stücke, bei denen Page die EDS-1275 einsetzte.
Heute per 3D-Scan rekonstruiert
Gibson Custom hat Pages Originalinstrument dreidimensional vermessen. Die aktuelle Reissue rekonstruiert unter anderem Korpus, Halsprofile, Griffbretter, Elektronik und zahlreiche Detailmerkmale.
Jimmy Page EDS-1275 Doubleneck VOS
Die aktuelle Gibson-Custom-Reissue liefert einen belastbaren technischen Referenzpunkt für Pages berühmte 1969er EDS-1275.
Mahagoni
Einteiliger Mahagoni-Korpus sowie sechs- und zwölfsaitige Mahagoni-Hälse mit Long Tenons.
Indian Rosewood
Beide Griffbretter bestehen aus Palisander, besitzen einen 12-Zoll-Radius, 20 Bünde und Parallelogramm-Inlays.
24,75 Zoll
Beide Hälse verwenden die klassische Gibson-Mensur von 24,75 Zoll.
Vier Custombucker
Vier speziell abgestimmte Jimmy Page EDS-1275 Custombucker mit Alnico-5-Magneten übernehmen die Tonabnahme.
2 Volume · 2 Tone
Die Regler arbeiten mit handverdrahteten CTS-Potentiometern und historischen Keramik-Kondensatoren.
Zwei Dreiwegschalter
Ein Schalter wählt die Pickups, ein weiterer bestimmt, welcher der beiden Hälse aktiv ist.
EDS-1275 in Cherry aus 2003
Das bestehende Gitarren-Kult-Archiv enthält eine EDS-1275 in Cherry, die dort dem Jahr 2003 zugeordnet ist. Vorder- und Rückseite bleiben im neuen Aufbau erhalten.
Eine spätere Ausführung der klassischen Doubleneck
Der bisherige Seitentext beschreibt dieses Instrument als Gibson EDS-1275 aus dem Jahr 2003. Die Cherry-Lackierung knüpft optisch stark an die bekannte Verbindung des Modells zu Jimmy Page an.
Für diese konkrete 2003er Gitarre liegen im alten Gitarren-Kult-Text keine vollständigen technischen Originalunterlagen von Gibson vor. Deshalb werden hier keine zusätzlichen Detaildaten aus anderen Baujahren auf dieses Instrument übertragen.
Baujahr und Bildzuordnung stammen aus dem bestehenden Gitarren-Kult-Archiv. Allgemeine technische Daten werden bewusst nicht mit den Spezifikationen der aktuellen Jimmy-Page-Reissue vermischt.
Im Gitarren-Kult-Archiv als EDS-1275 aus 2003 dokumentiert
Rückseite des 2003 zugeordneten Archivmodells
EDS-1275 in Cherry aus 1991
Ein zweites Instrument im Gitarren-Kult-Archiv ist dem Jahr 1991 zugeordnet. Der frühere Datensatz nennt Mahagoni für den Korpus, Palisander für die Griffbretter und vier Humbucker.
Außerdem sind dort zwei Volume- und zwei Tone-Regler dokumentiert. Diese Angaben werden als Archivinformationen zu genau diesem Instrument übernommen.
Eine frühere Gewichtsangabe von 5,23 Kilogramm wird nicht als allgemeines EDS-1275-Gewicht verwendet. Gewicht kann bei solchen Instrumenten je nach Baujahr und konkretem Exemplar variieren.
Die technischen Angaben in diesem Abschnitt stammen aus dem bestehenden Gitarren-Kult-Datensatz zur abgebildeten 1991er EDS-1275.
EDS-1275, im Archiv als Baujahr 1991 dokumentiert
Rückseite der 1991er EDS-1275
Warum eine Doubleneck mehr kann, aber nicht alles besser macht
Die EDS-1275 löst ein sehr spezielles musikalisches Problem: Sie verbindet sechs- und zwölfsaitige Parts ohne Instrumentenwechsel. Genau dafür nimmt sie zusätzliches Gewicht und eine größere Bauform in Kauf.
Zwei Klangwelten sofort verfügbar
Rhythmus, Lead und zwölfsaitige Flächen lassen sich innerhalb eines Arrangements auf einem einzigen Instrument kombinieren.
Größe, Gewicht und Ergonomie
Der zweite Hals und die zusätzliche Hardware machen die EDS-1275 deutlich massiver als eine normale Solidbody-Gitarre.
Die EDS-1275 ist weiterhin bei Gibson präsent
Gibson Custom führt aktuell eine Jimmy Page EDS-1275 Doubleneck VOS in '69 Cherry. Sie basiert laut Gibson auf 3D-Scans von Pages Originalinstrument.
Die aktuelle Reissue ist keine pauschale Referenz für jede EDS-1275 aus allen Jahrzehnten. Sie ist eine gezielte Rekonstruktion von Jimmy Pages 1969er Instrument. Aktuelle Gibson Custom EDS-1275 ansehen →
Grundlage dieser Seite
Die aktuelle Modellgeschichte und die technischen Angaben zu Jimmy Pages Instrument wurden direkt mit Gibson abgeglichen. Die Bilder und Angaben zu den 1991er und 2003er Archivinstrumenten stammen aus dem bestehenden Gitarren-Kult-Datenbestand.
Offizielle Angaben zu Pages 1969er EDS-1275, Live-Einsatz, 3D-Rekonstruktion, Materialien, Mensur, Pickups und Schaltung.
Gibson Quelle öffnen →Bestehende Seite, Bilder und Datensätze zu den EDS-1275 Instrumenten aus 1991 und 2003.
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